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Freiwilliges Engagement bei der Jugend-Job-Börse

Michael Gelzer - unserer freiwilliger Mitarbeiter
Michael Gelzer - unserer freiwilliger Mitarbeiter

Was motiviert dich dazu, dich in der Jugend-Job-Börse zu engagieren? 

Also, ich finde es ganz grundsätzlich wichtig, dass man sich engagiert. Neben der bezahlten Arbeit gibt es ja einen riesigen Bereich an unbezahlter Arbeit, den man oft gar nicht wahrnimmt. Und genau das ist es, was eine Gesellschaft zusammenhält – dass man einander aushilft. Für mich ist die Jugend-Job-Börse interessant, weil es vom Alter her eine ähnliche Klientel ist, mit der ich auch als Lehrer gearbeitet habe. Und ich kann dabei etwas Neues lernen, neue Leute wie euch, Marion oder auch Jugendliche in einem anderen Zusammenhang mit ihren Bedürfnissen kennenlernen. 

Es muss ja immer für beide Seiten stimmen.



Ich mache das nicht nur den Jugendlichen und den Organisationen zuliebe, sondern auch mir zuliebe, weil es mir gute Eindrücke vermittelt. 

 

Welche Fähigkeiten bringst du aus deinem Berufsleben mit, die dir bei deiner freiwilligen Arbeit helfen? 

Ich glaube, grundsätzlich Lebenserfahrung, Offenheit und die Erfahrung, mit Menschen in unterschiedlichen Gruppen zusammenzuarbeiten. Einerseits waren das bei mir Berufsschülerinnen* und Berufsschüler, andererseits in der Erwachsenenbildung Leute, die teilweise wesentlich älter sind. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, mit schulpflichtigen Kindern etwas zu machen, wobei sie vom Alter her näher beieinander sind – da bin ich mir gar nicht so sicher. 


Gibt es besondere Momente oder Erlebnisse, die dir bis jetzt besonders in Erinnerung geblieben sind? 

Ja, das ist noch gar nicht so lange her. Beispielsweise an diesem Nachmittag, an dem Sara gemeinsam mit mir die Jugend-Job-Börse geführt hat. Für Sara war diese Situation wie eine Prüfung. Mitzuerleben und zuzuschauen, wie Sara sich in ihren Kompetenzen weiterentwickelt hat, war sehr eindrücklich. 

 

Besonders im Bereich der Fachkompetenz sowie der sozialen Kompetenzen war diese Entwicklung spannend zu beobachten. Das war ein grosser Erfolg, auch für Sara selbst. Die Situation war vergleichbar damit, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Zusätzlich kamen viele Schwierigkeiten dazu. 

 

Dazu gehörten unter anderem die gesamte Auszahlerei, viele Kundinnen* und Kunden sowie ein nicht funktionierender PC. Umso wichtiger ist es, dass Sara heute weiss, dass sie solche Situationen souverän regeln kann. Ähnlich habe ich das bei Louane erlebt. Die hat das auch super gemacht, abgesehen davon, dass sie vergessen hat zu sagen, dass sie eine Pause braucht. Aber insgesamt hat sie es sehr gut gemacht. 


Wie siehst du die Entwicklung der Jugend-Job-Börse, und welche Rolle spielt deiner Meinung nach freiwilliges Engagement dabei? 

Ich glaube, die Jugend-Job-Börse entwickelt sich sehr gut. Ich wäre natürlich froh, wenn wir noch mehr Jobs vermitteln könnten. Das ist etwas ganz Wichtiges für Jugendliche. 


Viele sind ja noch ganz am Anfang des Arbeitsprozesses. Manche haben nicht einmal eine Unterschrift oder wissen nicht, dass sie ein Bankkonto brauchen. Dass sie möglichst gute Erfahrungen machen, ist zentral. Und wenn ich das als Freiwilliger unterstützen kann, mache ich das sehr gerne. 


Wir brauchen alle irgendwo Unterstützung – und das macht einen zufrieden. 


Welche Ratschläge würdest du jungen Menschen geben, die auf der Suche nach einem Sack-Job sind? 

Es ist immer schwierig mit Ratschlägen, und ungefragte Ratschläge finde ich wirklich blöd. Aber wenn mich jemand fragen würde, würde ich sagen: Hört auf euer Bauchgefühl – ob euch die Arbeit zusagt oder nicht. Wichtig finde ich, dass man, wenn man ein schlechtes Gefühl an einem Ort hat – auch wenn das selten vorkommt –, diese Signale ernst nimmt und abbricht. Und ich würde ihnen raten, geduldig zu sein. Es ist ja wie ein Versprechen, das wir ihnen mit einem Job geben, und es braucht manchmal Zeit, bis ein Job wirklich zustande kommt. 




 
 
 

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